Komplexität

Oder: Warum Jongleur*innen Komplexität lieben
Christoph Rummel Komplexität

Oder: Warum Jongleur*innen Komplexität lieben​

„Alles wird immer komplexer!“ – So oder so ähnlich klingt die Aussage vieler Menschen in Bezug auf das Leben oder die Arbeitswelt, oft mit einem ernüchternden oder ablehnenden Beigeschmack, im Sinne von: wäre es weniger komplex, wäre alles besser und einfacher und weniger anstrengend…

Komplexität

Komplexität bedeutet Vielschichtigkeit. Komplexe Prozesse oder Systeme zeichnen sich vor allem durch ihre Eigendynamik aus, d.h. sie sind nicht oder nur bedingt kausal bzw. berechenbar und bergen Überraschungen.

Auch das Jonglieren ist für mich komplex, da ich auch als Jongleur nie sicher sagen kann, wie gut oder lange es mir gelingt, die Bälle in der Luft zu halten. Die Bälle stoßen in der Luft vielleicht zusammen, beeinflussen sich gegenseitig und fallen dadurch alle zu Boden oder auch nicht.

Allerdings behaupte ich, dass Jongleur*innen Komplexität lieben! Komplexität wird unter Jongleur*innen als bereichernd, inspirierend und anregend empfunden!

Jongleur*innen lieben Komplexität

Das Jonglieren lebt von der Komplexität und es hat sich in den letzten Jahren sehr reichhaltig entwickelt, die Vielfalt an Jongliermustern, Formen und Ideen ist gestiegen.

Die zunehmende Komplexität bietet also für Jongleur*innen unerschöpfliche Ausdrucks- und Entwicklungsmöglichkeiten. Jongleur*innen messen sich ständig mit dieser Komplexität, indem sie versuchen, selbst neue Jongliermuster zu beherrschen oder zu entdecken, aber auch durch den Austausch untereinander und durch das rein visuelle Aufnehmen der Vielfalt und Einflüsse anderer Jongleur*innen.

All das ist nicht nur bereichernd für jede*n Einzelne*n sondern auch für das Jonglieren als Form, Methode und Ausdruck im Ganzen.

Ohne zunehmende Komplexität wäre die Folge Stillstand und keine weitere Entwicklung.

Auch wenn es mit Anstrengung (bedingt durch Übung und Auseinandersetzung) verbunden ist, sich der Komplexität zu stellen, überwiegt doch die Neugierde und Schaffensfreude. Kennzeichnend ist hier auch die Ergebnisoffenheit, denn niemand weiß ja genau, wie sich der Prozess weiter entwickeln wird.

In diesem Sinne: Ein Hoch auf die Komplexität!
Text: Christoph Rummel, Juni 2021

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